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Elmar Kopp

22.03.2022 - 16.04.2022
ELMAR KOPP   MALEREI

Elmar Kopp, im März 2020 im 91. Lebensjahr verstorben, zählt zu den bedeutendsten Malern und Bildhauern Tirols. 
Er wurde am 2. April 1929 in Imst geboren, sein Vater Paul war Hauptschullehrer, seine Mutter Maria stammte aus einer bäuerlichen Familie im Pitztal. Schon in der Grundschule zeigte sich Elmars große zeichnerische Begabung, gefördert von seinem Onkel Franz Siegele, einem heute fast vergessenen Landschaftsmaler.

Mit 22 Jahren, inskribierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seine Lehrer waren Josef Dombrovsky, Herbert Boeckl und Fritz Wotruba, der auf seine bildhauerische Tätigkeit großen Einfluss haben sollte.

1954 schloss Elmar Kopp das Studium mit Diplom und Staatspreis ab.

Einer seiner ersten Aufträge als Maler war die Ausgestaltung der Michaelskapelle in Imst, gemeinsam mit seinen Studien- und Malerkollegen Andreas Weißenbach, Herbert Wachter und Gustav Stimpfl. Jeder erhielt eine Wand; das Ergebnis sorgte zuerst für heiße Debatten in der Bevölkerung, die sogar dazu führten, dass in der Nacht vor der Eröffnung der Eingang zugemauert wurde.

An die Bildhauerei wagte sich Elmar Kopp erst ein paar Jahre später, wohl auch deshalb, da er mit 20 Jahren bei einem Arbeitsunfall die rechte Hand verloren hatte. 1961 begann er mit Treibarbeiten in Kupfer, später kamen Arbeiten in Holz, Bronze und Marmor dazu, wie z. B. 1970 die Ausgestaltung der Pfarrkirche Imst mit Hochaltar und Ambo in Laaser Marmor.

Elmar Kopp nahm an zahlreichen Bildhauersymposien teil und manche leitete er auch.

Seine Bilder wurden seit 1953 in Ausstellungen in Nord- und Südtirol, Deutschland und Italien gezeigt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und schließlich 1982 den Professorentitel durch den Bundespräsidenten.

Als Landschaftsmaler zog es ihn hinaus in die weite Welt. Er unternahm Studienreisen nach Paris, in die Toskana, die Schweiz, nach Frankreich, Ägypten, Griechenland, die Türkei und England.

Nach Nepal kam er als Teilnehmer einer Oberländer Expedition. Es waren für ihn nicht nur Begegnungen mit der Landschaft, sondern auch mit der Kultur der Länder. Gerade die altägyptische Kunst wurde zu den prägendsten Erlebnissen und fand Eingang in seine Bildsprache. Aber auch die Auseinandersetzung mit großen Malern wie Francis Bacon und William Turner führte zu einer neuen Dimension in seinem Schaffen.

Elmar Kopps Bilder erzählen keine Geschichten. Seine Landschaften, Häuser, Blumen und Berge sprechen für sich, sie lassen einen durch die Stimmigkeit der Farben geradezu in die Landschaft eintauchen. Diese scheinbare Reduktion spürt man auch in Kopps sakralen Werken – in den Kupfertreibarbeiten, Glasfenstern, Reliefs, Marmorarbeiten. Musterbeispiele dafür finden sich in der Pfarrkirche Imst (Altar, Ambo), der Johanneskirche, der Kirche Brennbichl.
Ein Glanzstück seines sakralen Schaffens ist die Benediktuskapelle im Stift Admont, dem ältesten Kloster der Steiermark; 1995 erhielt er 65-jährig eine Einladung zum Wettbewerb – die schlauchartige Raumwirkung sollte geändert werden. Elmar Kopps Entwurf überzeugte derart, dass er gleich den Gesamtauftrag bekam. Er drehte die Achse und schuf Altar und Ambo, den Kreuzweg, das großes Apsisbild und den Tabernakel in getriebenem Silber.
 

Eröffnung

Fotos: Christian Niederwolfsgruber