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MI-FR 16 - 19 Uhr
SA 11 - 13 Uhr
 
 

15.01. - 09.02. - Luis Höfer "Gelb, Rot, Blau" - Malerei
 foto_luis_hfer_titel_durchdringung.jpg AUSSTELLUNG „GELB, ROT, BLAU“
VON LUIS HÖFER


Vernissage:               Dienstag, 15. Jänner, 19 Uhr
Ausstellungsdauer:   16. Jänner - 9. Feber 2008
                                    Mi - Fr 16:00 – 19:00, Sa 10:00 – 12:30 Uhr

Zur Person:

Geboren am 24.03.1923
Nach Absolvierung der Gewerbeschule in Innsbruck Studium an der Akademie für angewandte Kunst in München
Unterbrechung des Studiums wegen Kriegsdienst bis 1945
Von 1947 - 1952 Akademie für angewandte Kunst in Wien. Besonderes Interesse: Wandmalereien und Naturstudien, Landschaft und Blumen
Nach Abschluss des Studiums Ausführung verschiedener künstlerischer Aufträge für Wandmalereien und Tafelbilder
Von 1952 bis zum Übertritt in den Ruhestand im Jahr 1984 hauptsächlich als Restaurator für das Landesdenkmalamt tätig (besonders Restaurierung von profanen und kirchlichen Wandmalereien). Die künstlerische Tätigkeit beschränkt sich während dieser Zeit vorwiegend auf Naturstudien.

Zu den Arbeiten (Ausführungen von Luis Höfer):

Aquarelle „Gelb, Rot, Blau“
Die Aquarelle bei meiner Ausstellung im Jahre 2003 „Hell-Dunkel“ in der Galerie Nothburga waren Farbkompositionen, bei denen sich geometrische Formen ergeben haben. Die neuen Bilder sind nun ein Versuch, durch das Zusammenwirken der 3 Grundfarben - Gelb, Rot, Blau mit den drei Grundformen Dreieck, Quadrat, Kreis eine stärkere Aussage zu erreichen.

Wie es zwischen verschiedenen musischen Bereichen gemeinsame Aussagen gibt (z.B. zwischen Farbe und Musik), existiert auch zwischen Farbe und Form eine Gemeinsamkeit. Durch das Zusammenspiel einer Grundfarbe mit der entsprechenden Grundform wird im Besonderen die Grundfarbe in ihrer Aussage verstärkt. Das geschieht, wenn dem Gelb ein Dreieck, dem Rot ein Quadrat und dem Blau ein Kreis zugeordnet werden. Eine weitere Gemeinsamkeit besteht außerdem in der mystischen Zahl 3. Gibt es doch 3 Grundfarben und 3 Grundformen. Zwischen den Grundfarben lässt sich aber auch eine Art Verwandtschaft erahnen, wenn man die farbverändernde Entwicklung von einer Grundfarbe zu einer anderen über eine Sekundärfarbe (Komplementärfarbe) betrachtet. So wird Blau über Grün zum Gelb, das Gelb über Orange zum Rot und letztendlich das Rot über Violett wieder zum Blau. Eine ähnliche Entwicklung scheint es auch bei den Grundformen zu geben: Eingebettet in den Kreis wird das Dreieck über das Viereck - Fünf-, Sechs … und Vieleck zum Kreis. Über den Durchmesser des Kreises, der dreimal im Kreisumfang enthalten ist, entwickelt sich wieder das Dreieck.

Eine Gemeinsamkeit lässt sich auch in der Aussage einer Grundform und der dazu gehörenden Grundfarbe erkennen. Die Grundfarbe Gelb ist spitz und scharf (ein Symbol für Licht und Geist). Die Grundform Dreieck sagt dasselbe aus. Rot bedeutet Kraft, Macht, Leben. In der ausgewogenen Klarheit und Kraft des Quadrates ist dieselbe Aussage zu finden. Sowohl die Grundfarbe Blau als auch die Grundform Kreis sind ein Symbol für Unendlichkeit, Ruhe und Tiefe.

Während den Grundfarben exakte, geometrische Grundformen zugeteilt werden können, gibt es für die Sekundärfarben Grün, Orange, Violett keine exakten geometrischen Formen. Diese Übergangsfarben haben aber trotzdem eine Eigenständigkeit.

Die farbverändernde Entwicklung von einer Grundfarbe zu einer anderen lässt am besten das Farbspektrum des Regenbogens erkennen, wobei Gelb, Orange und Rot die mittleren Farben im Bogenfeld ergeben und Violett und Grün wieder direkt zum Blau überleiten, aus dem sich alles entwickelt und wieder zum Blau zurückkehrt.  Eine mystische Deutung ist nahe liegend: Aus der Unendlichkeit, dem Blau kommt das Gelb (Licht), welches das Blau zum Grün (Hoffnung) werden lässt, über Orange (Unruhe) wird das Gelb zum Rot - das Leben. Das Rot kehrt wieder über das Violett (Vergänglichkeit) zum Blau (Unendlichkeit) zurück. Der Werdegang des Lebens.

Während einer Inspirationspause blätterte ich zur Anregung in einem Buch über Kandinsky und fand darin diese Farb-Form-Verbindung bestätigt. Kandinsky, aber auch andere Künstler seiner Zeit, befassten sich bereits im Jahre 1922 mit dieser Theorie sehr eingehend. Am Bauhaus in Weimar lehrte er dies seine Schüler und experimentierte damit auch in seinen Werken, aber die Versuche, auch den Sekundärfarben Grün, Orange, Violett exakte geometrische Formen zuzuordnen, waren nicht zielführend (z.B. Halbfünfeck, Halbkreis, Eineinhalbquadrat). Zwischen zwei Grundfarben stehend, als sehr variable Mischfarbe, ist es kaum möglich, diesen Sekundärfarben exakte geometrische Formen zuzuordnen.

So entstanden, in Verbindung von Grundformen und Grundfarben, mit diesen neuen Aquarellen vier Gruppen: Drei Gruppen mit der jeweiligen Grundform und Grundfarbe und als vierte Gruppe das Zusammenwirken der drei Gruppen. Es wurde zu einem Farbkompositionsspiel, unter Berücksichtigung der Aussagegleichheit von Farbe und Form.

Zum Werk:

1952 - 1995 (in nicht chronologischer Reihenfolge)
Erkerbemalung am Huterhaus, Mariahilfstraße 48, Innsbruck
Engelbert Kolland Bild (jetzt im Gymnasium Leopoldinum in Hall)
Altartafel für Pfarrkirche Hatting (jetzt in Friedhofskapelle Hatting)
Christophorusbild am Gemeindehaus Hopfgarten in Osttirol
Tafelbild für Altar der Kriegergedächtniskapelle Hopfgarten in Osttirol
Bildstock und Kapellenbemalung von Telfs nach Birkenberg
Wandmalerei in der gotischen Margaretenkapelle in Niederndorf bei Kufstein
Wandmalerei beim Tor von Mariastein
Malfattiheim, Innsbruck: Wandmalereien, Hl. Josef und Kreuz an der Innfassade des alten Hauses, Gestaltung der Kapellenfenster, Thema „Sonnengesang des
Hl. Franziskus", Kreuzwegstationen in der Kapelle und großes Tafelbild über dem  Kapelleneingang, Thema: Geburt, Tod und Auferstehung
Kreuzwegstationen für Kapelle in Burg Riedenburg (Vorarlberg)
Wandmalereien im Sitzungszimmer des Planseewerkes Reutte
1992    Vollendung des Linolschnittzyklus „Aus dem Leben des Hl. Franziskus" (50 Blatt)
1994    Linolschnittzyklus „Gedanken zum Sonnengesang des Hl. Franziskus" (13 Blatt)
1996    Linolschnittzyklus „Lichtspiele“ (20 Blatt)
1997 - 2001 Linolschnittzyklus „Innsbruck“

 
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