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Dora Czell und Elisabeth Ehart-Davies

14.10.2025 - 08.11.2025

Die Kunst von Dora Czell (sie malt Ölbilder auf Holz) und Elisabeth Ehart-Davies (sie zeigt Keramik) hat sich nie dem Zeitgeist angebiedert und dadurch ihre Glaubwürdigkeit bewahrt. Ihre Kunst ist subtile Gesellschaftskritik und widersetzt sich vorherrschenden Kunstmarkttendenzen. In einer sich ständig wandelnden Welt stehen die beiden Künstlerinnen sozusagen mit drei Füßen auf der Erde. Sie ließen sich nicht verbiegen – trotz Gegenwind.


Zu Dora Czell  / Textausschnitt von  Manfred Thurner:

Eine Frau und ihre Kunst

Geboren 1947 als eine von drei Schwestern maturiert Dora Czell in Landeck, in ihrem zeichnerischen und malerischen Talent behutsam, auch kritisch geleitet von Prof. Herbert Danler. Ihr Traum, Künstlerin zu werden, wird nach der Matura 1964 Realität, als sie in der Akademie der Bildenden Künste zu studieren beginnt und parallel dazu auch das Lehramt für Kunsterziehung absolviert. Besonders großen Einfluss hat der eine ihrer Lehrer in Wien: Anton Lehmden. In manchen von Doras Bildern kann man seinen anhaltenden Einfluss noch erkennen oder erahnen. Die Schule des Phantastischen Realismus wird zu ihrer künstlerischen Welt. Realistische Darstellung, oft mit der akribischen Genauigkeit alter Meister, verknüpft mit dem freien Schweifen der Fantasie oder mit ungewohnten und überraschenden, schönen Kombinationen, die nachdenken machen, die Betrachtende erfreuen. Das ist Doras Welt. Die macht sie sich zu eigen. Und formt sie um nach ihrer Fasson.

Wir erleben unruhige, unsichere Zeiten: Epidemien, Kriege, Klimawandel, Terror, überbordenden Egoismus, wachsende Rücksichtslosigkeit – was an Nachrichten heute auf uns herniederprasselt, lässt einen daran zweifeln, dass der Mensch tatsächlich ein vernunftbegabtes Wesen ist. Darum prägt eine große Sehnsucht das Denken und Fühlen der Künstlerin Dora Czell. Die Sehnsucht nach Frieden. Ein Bild mit der Erdenmutter Gaia, umschwebt von Friedenstauben, ist Ausdruck dieser prägenden Sehnsucht. Gaia steht für das Leben, für Fruchtbarkeit, Mütterlichkeit und Körperlichkeit. Bei ihr ist Geborgenheit. Und Frieden. Möge Gaia in unsere Gegenwart herüberwirken. Mögen Doras Träume wahr werden.

Lassen wir die Künstlerin selbst zu Wort kommen: „Meine Bilder sind friedliche Bilder, Bilder der Liebe zur Natur, der Liebe zwischen Menschen. Doch in den letzten Jahren geschieht so viel Unrecht auf dieser Welt – wir haben das Recht bzw. die Pflicht zum Ungehorsam, wenn Unrecht geschieht. Das Recht, wütend zu sein, wird Frauen immer noch abgesprochen. Unsere gute Mutter Erde lässt uns sichtlich spüren, dass sie Zähne zeigt. Ich selbst habe mühsam gelernt, trotz Maulkorb meine Zähne zu zeigen!“ Deswegen haben manche ihrer Frauen Vampirzähnchen. Aber es wäre nicht Dora Czell, wenn es nicht KLEINE Zähnchen blieben. In ihrem Werk ist kein Platz für Drohungen, für Aggressivität. Dora ist eine starke Frau, aber auch still, sanft, selbstbewusst. Und das Leben hat sie klug gemacht. Eine Frau und ihre Kunst!

Zu Elisabeth Ehart-Davies:

*in Landeck

In der Gymnasialzeit intensive Beschäftigung mit Malerei. Dabei war unter anderem der Künstler und Professor Herbert Danler, der auch ein Familienfreund war, eine sehr prägende Figur. Aber auch Gerald Nitsche.

Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien in der Meisterschule für Malerei bei Prof. Gustav Hessing.

Unterrichtstätigkeit in Wien und in Innsbruck – engagiert als Obfrau von IKSIT, dem Internationalen Keramiksymposium Innsbruck-Tirol.

Vor über 40 Jahren entdeckte sie ihren Zugang zu keramischem Gestalten und entwickelte ihre Ausdrucksmöglichkeiten  ständig weiter, mit besonderem Interesse für spannende Oberflächentechniken, etwa Siebdruck, und für unterschiedliche, durchaus aufwändige Brenntechniken wie etwa Koksofenbrand, wo der Brennofen vor Ort um das ungebrannte Objekt gebaut wird, oder für Raku: eine Technik, die ursprünglich aus dem Japanischen kommt und so viel wie Freude oder angenehmer Daseinszustand bedeutet, die Stücke werden bei 1000 Grad aus dem Ofen genommen und reduziert. „Mich fasziniert der Dialog mit den Urelementen Erde, Wasser, Feuer. Die Magie der Farbe spielt das Übrige, um mich „etwas näher dem Herzen der Schöpfung“ (Paul Klee) zu fühlen. Es begeistert mich immer von Neuem, mit dem Material Ton in der Hand in die Tiefe zu tauchen, der Schönheit von Naturformen nachzuspüren und ab und zu staunend zu erleben, wie das Element Feuer in diesem Prozess überraschend mitwirkt.“

Inhaltlich zeigt Elisabeth Ehart-Davies eine Bandbreite von einfachen Gefäßformen bis zu Figuralem, verweist auf Diversität und Verletzlichkeit oder formt ihren Wunsch nach Frieden.

Mit Dora Czell verbindet sie das Interesse am Schutz der Erde.

„Die Keramik ist einerseits wortwörtlich das geerdetste Material, andererseits lässt es die Künstlerin noch viel mehr mit abstrakten, aber dennoch fließenden und lebendigen Formen spielen.

In ihrer Kunst thematisiert Elisabeth Ehart-Davies nun häufig „die Natur“. Ihre Werke erzählen von einer bedrohten und schützenswerten Tierwelt, von fast ausgestorbenen Vögeln oder schwindenden Insekten. Dennoch wirken die Kunstwerke nie anklagend, sondern singen ein Lied von der wundervollen bestaunenswerten uns umgebenden Umwelt.“ Sarah Davies, Tochter

Premierentage 2025 Im Dialog.Gegenwind/ Finissage

Sa 8.11.2025
Fotos von Dino Bossnini und Anna Maria Achatz

Vernissagefotos Ausstellung Gegenwind D.Czell & E.Ehart-Davies

mit Fotos von Anna Maria Achatz, Omar Borubaev, Johannes und Sarah Davies

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"Galerie Nothburga, 1995 - 2025"

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