info@galerienothburga.at . Öffnungszeiten: Mi - Fr 16 - 19 Uhr & Sa 11 - 13 Uhr

Zeitgenössische Kunst aus Armenien

27.05.2025 - 14.06.2025

Was erwartet den Besucher einer Ausstellung unter diesem Titel? Was weiß der Durchschnitts-Europäer überhaupt über Armenien?

Zunächst ein paar Fakten:  Armenien, ein kleines Land mit langer/großer Geschichte! Autochthone Fürsten, Griechen, Seleukiden, Römer, Perser, Sassaniden, Araber, Byzantiner, Seldschuken, Mameluken, Timuriden, wieder die Perser, Osmanen, das Zaristische Russland - lauter große Staatsgebilde, die länger oder kürzer im Gebiet der Armenier herrschten, eine wirre Abfolge von Mächten, die das kleine Land immer wieder usurpierten.

Aber: die Armenier blieben trotz allem immer kulturell eigenständig. Sie entwickelten und  behielten ihr eigenes Alphabet (seit 406!). Die Armenier blieben immer christlich, geradezu ur-christlich,  seit  Armenien im Jahre 301 (vor Rom!!) das Christentum zur Staatsreligion erklärte. Und obwohl sie seitdem großteils nur unter muslimischer Fremdherrschaft lebten, blieben sie dem Christentum als verbindende kulturelle Klammer immer treu. (Vielleicht sind die Armenier aber auch nur ausgezeichnete Diplomaten?)

Den negativen Höhepunkt in der langen Geschichte des Landes stellt sicher der Genozid an den Armeniern in den  Jahren 1915/16 der damaligen jungtürkischen Machthaber im ehemaligen osmanischen Reich dar. Geschätzte 1,5 Mio Armenier (fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung) wurden aus ihren angestammten Wohngebieten vertrieben und in den Tod geschickt. Was folgte, war ein sehr kurzes Intermezzo der Eigenstaatlichkeit als Republik, bevor das Land dann wieder vom Sowjetischen Russland in die Sowjetunion eingegliedert wurde. Seit 1991 ist Armenien wieder unabhängig, kämpft aber nach wie vor um seine territoriale Integrität, seine wirtschaftliche und politische Neu-Ausrichtung.

Wie in solch einem Umfeld und mit solch einer Geschichte nun Kunst gedeihen kann und produziert wird, kann man in der Ausstellung in der Galerie Nothburga verfolgen. 19 Künstler:innen aus Armenien zeigen Druckgrafik und Malerei.

Was an den Kunstwerken der jungen Kunstschaffenden ist nun typisch armenisch? Hat die Außenwelt, die Moderne,  überhaupt einen Weg in dieses Land gefunden? Ist diese Kunst von den konkreten Umständen geprägt, oder haben die Künstler:innen einen Weg gefunden in eine überregionale, zeitgemäße, globale Kunst?? Spiegelt diese Ausstellung den Weg des jungen Armenien in eine neue Zeit wieder?

Viele Fragen!

Die Antworten darauf möge der interessierte Besucher in der Galerie Nothburga suchen und finden.

Vernissage: 
27.Mai 19 Uhr,  artists`talk Mi 28.Mai ab 16 Uhr
28.Mai - 14.Juni 2025, Galerie Nothburga, Mi – Fr 16 – 199 Uhr, Sa 11 – 13 Uhr

Fotos von der Eröffnung

X JUBILÄUMSBROSCHÜRE
"Galerie Nothburga, 1995 - 2025"

in der Galerie erhältlich!